Ansichten und Ideale der OVFI(M)


aus dem 5. Kongreß, Januar 1998



Die Ziele


  1. Die Organisation der Volksfedajin Irans (Mehrheit) -OVFI(M)- tritt für Demokratie, Fortschritt, soziale Gerechtigkeit und Sozialismus ein.

    Frieden ist auf nationaler und internationaler Ebene der größte Wunsch der Menschen und der wesentliche Garant zum Erfolg in Übereinstimmung mit den oben genannten Zielen. Wir verbinden die konsequente Verteidigung der Unabhängigkeit des Landes sowie die nationalen Interessen mit der Verteidigung der gleichberechtigten und brüderlichen Beziehungen zwischen allen Nationen der Welt. Unsere Organisation tritt für Menschenrechte ein und aus diesem Grund kämpft sie gegen jegliche Unterdrückung der Klassen sowie nationale, geschlechtliche, rassische, religiöse und ideologische Unterdrückung. In der heutigen Welt sind Umweltschutz und das Verhindern schädlicher Eingriffe in die Natur eine der größten Ziele der Menschheit. Dieses Ziel ist eines der Hauptziele unseres politischen Programms.

  2. Unserer Meinung nach ist Klassenkampf eine objektive und reale Tatsache. Im jetzigen Kampf, der zwischen Arbeit und Kapital in der kapitalistischen Weltordnung stattfindet, kämpfen wir auf der Seite der Arbeit.

    Die iranische Gesellschaft ist in verschiedene Klassen eingeteilt. Die Klassenkluft ist so, daß eine Gruppe im Besitz von Kapital und großem Wohlstand ist und eine andere Gruppe dagegen, das heißt Arbeiter und Werktätige von den Möglichkeiten der Produktion sowie einem menschlichen Leben ausgeschlossen sind. Unsere Organisation sieht die Klassengesellschaft und solche unterdrückerische Diskriminierung in Widerspruch zu menschlicher Ehre und Würde und kämpft konsequent dagegen. Aus diesem Grund betrachten wir die Verteidigung der Interessen der Arbeiter, Landarbeiter, Intellektuellen und aller Lohnabhängigen sowie körperlich und geistig Arbeitenden der gegenwärtigen Gesellschaft als den Kern unseres Programms.

  3. Da Frauen, die Jugend sowie die nationalen und religiösen Minderheiten zur Erreichung ihrer Forderungen öfter an Hindernisse stoßen oder gar Ziel der Unterdrückung und Diskriminierung sind, sehen wir die Wahrung der besonderen Interessen dieser sozialen Gruppen als einen weitere Grundpfeiler unseres politisch-sozialen Programms.
  4. Freiheit und Menschenrechte sind die vordersten Ziele des politischen Programms unserer Organisation. Alle Menschen müssen in ihrem Glauben und ihren Gedanken - ungeachtet der politischen, philosophischen, religiösen, wissenschaftlichen und sonstigen Einstellung - sowie zum Äußern, Schreiben und zur Verteidigung dieser völlig frei sein. Wir sind für die Trennung von Religion und Staat und sehen jegliche Art ideologischer Herrschaft sowie diktatorischer Regime gegen die Interessen der Menschen gerichtet.
  5. Unsere Organisation ist der Meinung, daß alle Macht vom Volk ausgeht und glaubt an Demokratie durch die freie Stimme und Wahl der Menschen für die Bestimmung der Regierung, zeitliche Begrenzung der Macht und einen friedlichen Machtwechsel sowie Parteilichkeit und ein Mehrparteiensystem.
  6. Wir glauben an Integration von politischer, wirtschaftlicher und sozialer Demokratie. Die Verteilung der Macht in der Gesellschaft, die Teilnahme und direkte sowie bewußte Einmischung der Menschen im politischen und gesellschaftlichen Leben, die Kontrolle des Staates durch die Verstärkung der zivilen Gesellschaft sowie politische, gewerkschaftliche und demokratische Institutionen, soziale Bewegungen wie Frauen, Jugend, Umweltschutz und Frieden sind für eine allseitige Ausbreitung und Vertiefung der Demokratie notwendig und haben für uns den höchste Stellenwert.
  7. Unserer Meinung nach stehen Demokratie und soziale Gerechtigkeit in engem Zusammenhang zueinander. Sicherung der sozialen Gerechtigkeit ist die Stütze für Demokratie und friedliche Verhältnisse in der Gesellschaft, und die umfassende Verwirklichung der sozialen Gerechtigkeit ist von der Existenz und vom Ausbau der Demokratie sowie demokratischen Rechten der Menschen abhängig.

    Für Entwicklung und Erneuerung


  8. In der Geschichte der vergangenen hundert Jahre unseres Landes fand stets ein Kampf zwischen Tradition und Erneuerung sowie das Streben zur Überwindung der gesellschaftlichen Rückständigkeit statt. Trotz einiger Fortschritte in diesem Bereich sind die langwierigen Probleme unserer Gesellschaft Unterentwicklung und Traditionalismus weiterhin präsent. Rückständigkeit und Traditionalismus sind die Grundlage des politischen Despotismus und des Elends der Menschen. Wir achten die Traditionen, die als positive Faktoren zur Entwicklung der Gesellschaft funktionieren und sind der Meinung, daß der Kampf für Demokratie und soziale Gerechtigkeit in engem Zusammenhang mit dem Kampf zur kulturellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Erneuerung des Landes steht.

    Für Umweltschutz


  9. Die ökologische Krise ist eines der wichtigsten Probleme auf nationaler und internationaler Ebene. In Folge des schnellen Wachstums der Bevölkerung, des unkontrollierten Wachstums der Städte und der Technik sowie ausbeuterischen Ausnutzung der Naturressourcen durch kapitalistische Produktion, sind die Lebensbedingungen auf der Erde in ernsthafter Gefahr. Wegen des schnellen Bevölkerungswachstums in unserem Land und der zerstörerischen Politik der islamischen Republik ist die ökologische Frage zu einem ernsthaften Problem geworden. Wegen individueller und egoistischer Interessen kann die reine Marktwirtschaft nicht die ökologischen Probleme lösen. Die Umweltzerstörung muß gestoppt werden und die gesamte Produktions- und Konsumweise grundlegend verändert sowie neue mit der Natur verträgliche Technologie benutzt werden. Der Export von Aktivitäten und Produkten, die der Umwelt schaden, in Entwicklungsländer muß verhindert und die Ausbeutung der Natur beendet werden.

    Die Frauen


  10. In unserem Land werden wegen patriarchalischer Kultur, die von der islamischen Republik verteidigt und verstärkt wird, die Frauen schwer unter Druck gesetzt und als Menschen zweiter Klasse behandelt. Das Patriarchat basiert auf der Unterdrückung von Frauen, zertritt ihre menschlichen Rechte und garantiert die Macht der Männer über die Frauen. Nach unserer Meinung müssen alle gegen die Frauen gerichteten Gesetze und Vorschriften annulliert und die patriarchalischen Strukturen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens verändert werden, damit Frauen gleiche Ansehen, Stellung und Rechte wie Männer bekommen. Die Sicherung der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ist eines der Fundamente der Demokratie und der zivilen Gesellschaft und gehört zu den Hauptpfeilern der Menschenrechte. Die Realisierung der Demokratie hat ohne Sicherung der Frauenrechte keine Bedeutung.

    Die Völker


  11. Iran ist ein Land, in dem viele Völker leben. Wir glauben an Gleichheit, freie und freiwillige Koexistenz der Völker im einheitlichen Iran und treten für breite politische, kulturelle und gesellschaftliche Vollmacht in verschiedenen Gebieten des Landes ein, insbesondere dort, wo nationale Minderheiten leben. Wir sehen die dezentralen Formen der Staatsführung, wie Föderalismus als Garant zur Realisierung der Rechte der nationalen Minderheiten. Wir kämpfen gegen ethnische, nationale sowie rassische Überlegenheit und für die Durchsetzung der Rechte der nationalen Minderheiten.

    Die Bewegungen


  12. Unsere Organisation unterstützt die Gründung sowie Ausbreitung der fortschrittlichen Bewegungen in allen Bereichen des sozialen Lebens. Wir sind der Meinung, daß die zunehmende Entwicklung der feministischen Bewegung, der Umweltschutz- und Jugendbewegungen sowie anderer sozialen Bewegungen im Dienste der Entwicklung der demokratischen Kultur sind und die Prinzipien der Menschenrechte in der Welt vertiefen.

    Nationale Interessen und internationale Beziehungen


  13. Unsere Organisation tritt für die konsequente Verteidigung der nationalen Interessen und der Unabhängigkeit des Landes im Rahmen der gleichberechtigten und brüderlichen Beziehungen mit anderen Ländern der Welt ein. Die Nord-Süd-Verhältnisse sind ungleich, ausbeuterisch und hegemonistisch. Diese Verhältnisse stärken die Unterentwicklung der Länder des Südens und führen zum Fortbestand des despotischen Regimes sowie zur Verstärkung der Armut. Wir treten für die Veränderung dieser Verhältnisse sowie die Errichtung einer tatsächlich neuen Ordnung aufgrund völliger Gleichberechtigung aller Länder ein.

    Internationale Solidarität


  14. Wir unterstützen die internationale Solidarität zum Schutz des Friedens und der Umwelt, den Kampf gegen die ungerechte wirtschaftliche Ordnung der heutigen Welt und den Kampf gegen die Hegemonieforderung der entwickelten kapitalistischen Länder und unterstützen die allgemeinen Bemühungen für die Verwirklichung von Demokratie und sozialer Gerechtigkeit. Wir unterstützen den Kampf der Völker anderer Länder für Freiheit und Gerechtigkeit.

    Der Sozialismus


  15. Wir kämpfen für die Verwirklichung der genannten Werte und betrachten den Sozialismus als unser höchstes Ideal, der solche menschliche Werte und Tendenzen verkörpert. Unserer Meinung nach ist der Kapitalismus der Ursprung für Klassenunterdrückung, Ungerechtigkeit, ausplünderische Nutzung der Natur, Krieg, Massenarbeitslosigkeit und Anlaß vieler gesellschaftlicher Regelwidrigkeiten und Unruhen. Der Kapitalismus zeigt in der Schwelle zum 21. Jahrhundert offensichtlich seine Unfähigkeit zur Lösung der Probleme der Menschheit, die er selbst zum größten Teil verursacht hat. Wir sehen den Sozialismus, in dem der Mensch im Mittelpunkt steht, als eine Notwendigkeit zur Lösung dieser Probleme.
  16. Der Sozialismus ist ein menschliches und demokratisches System, in dem die freie und allseitige Entfaltung des Menschen gewährleistet wird und die Menschen gleiche Rechte und Werte zur Nutzung der Güter des Lebens genießen. Wir betrachten den Sozialismus als eine Gesellschaft auf der Basis des Selbstverwaltungssystems, einer breiten politischen und wirtschaftlichen Demokratie unter maximaler Teilnahme der Menschen, einer Solidargemeinschaft, friedlich und frei von Gewalt. Das Erreichen des Sozialismus ist für uns nicht das Ende der Geschichte, sondern ein gezielter Kampf zum Überschreiten kapitalistischer Verhältnisse.
  17. Wir sind der Meinung, daß sozialistische Werte innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft Gestalt annehmen und der Sozialismus sich auf deren Grundlage ausbreiten kann. Den Kampf für die Verwirklichung dieser Werte sehen wir nicht als die Arbeit von morgen, sondern als die Aufgabe von heute. Die Verwirklichung der sozialistischen Werte bedarf außer dem politischen Kampf auch eine langfristige und beständige geistig-kulturelle Arbeit. Wir werden bestrebt sein, damit die Idee von Demokratie, Gerechtigkeit, Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, Regulierung der Beziehung zwischen Mensch und Natur in der Gesellschaft Verbreitung findet und institutionalisiert wird.
  18. Die politische Macht allein kann nicht grundlegende Veränderungen in der Gesellschaft hervorbringen. Für eine grundlegende und standhafte Umgestaltung spielen Bewußtsein und Kultur eine bedeutende Rolle. Geistig-kulturelle Bewegung, der Kampf gegen rückständigen und unwissenschaftlichen Traditionalismus sowie Verbreitung der Erneuerung und wissenschaftliches Denken sind die wichtigsten Notwendigkeiten für die Grundsteinlegung der sozialistischen Gesellschaft.

    Der Charakter der Organisation


  19. Wir sind für eine umfassende Organisation und bestehen auf der Akzeptierung der neuen Ideen sowie der Weiterentwicklung der Organisation. Wir gestehen ebenso anderen geistigen Strömungen das Recht zu, aufgrund unserer allgemeinen Ansichten und Ideale aktiv zu sein. Wir sind für eine freie Meinungsäußerung der Mitglieder innerhalb und außerhalb der Organisation und halten die geistige Vielfältigkeit und die Aktionseinheit in der Organisation für notwendig. Wir sind bestrebt, daß die Kräfte der Organisation sich um allgemeine Ansichten und Ideale versammeln. Wir bestehen auf der Koexistenz verschiedener geistiger und politischer Strömungen in unterschiedlichen Formen, wie z.B. in Form von legalen Fraktionen statt Trennung und Spaltung.
OIPFM International Department
  • ADDRESS: PO Box 335, London, SW6 7XD, UK.
  • Fax: (0049) 221 331 82 90
  • Email: info@fadai.org
  • URL:http://www.fadai.org/

Return to main page